IVD Berlin-Brandenburg e.V.

Brandenburger Wohnimmobilienmarkt – hohe Nachfrage nach Wohneigentum

In Brandenburg sind die Kaufpreise für Wohnimmobilien deutlich gestiegen. Insbesondere der Markt für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser verzeichnete landesweit zweistellige Zuwachsraten, Wachstumsmotor stellt dabei das Berliner Umland dar. Dies geht aus dem heute veröffentlichten Immobilienpreisservice des IVD Berlin-Brandenburg hervor. Für diesen haben IVD-Marktreporter und Mitglieder des Wertermittlungsausschusses detailliert die wichtigsten Immobilienteilmärkte der zwölf Berliner Bezirke sowie die kreisfreien Städte Brandenburgs untersucht. Das aktuelle Zahlenwerk basiert ausschließlich auf tatsächlich erzielten Kaufpreisen für Wohn- und Gewerbeimmobilien in der Metropolregion Berlin-Brandenburg Stand 1. Oktober 2020.

„Der Brandenburger Wohnimmobilienmarkt zeigt sich in guter Verfassung. Insbesondere Wohneigentum ist stark nachgefragt. Brandenburg profitiert von seiner Lage als Hauptstadtregion und dem nach wie vor vergleichsweise deutlich geringeren Preisniveau“, kommentiert Katja Giller, Vorsitzende des Wertermittlungsausschusses des IVD Berlin-Brandenburg.

Umlandboom setzt sich fort

Auch in diesem Jahr hat sich der Boom des Wohnimmobilienmarkts in den Berliner Umlandgemeinden fortgesetzt Im Berliner Umland sind mit durchschnittlich 440.000 Euro für ein frei stehendes Einfamilienhaus (durchschnittlich 800 Quadratmeter Grundstück und 130 Quadratmeter Wohnfläche) rund 13 Prozent mehr zu zahlen als im Vorjahr. Grundstücke haben sich im Durchschnitt um rund 15 Prozent auf 305 Euro pro Quadratmeter verteuert. Das höchste Kaufpreisniveau findet sich erneut in Kleinmachnow mit 720.000 Euro beziehungsweise 700 Euro pro Quadratmeter (2019: 670.000 Euro und 620 Euro pro Quadratmeter) und in Glienicke/Nordbahn mit 600.000 Euro beziehungsweise 450 Euro pro Quadratmeter (2019: 500.000 Euro und 420 Euro pro Quadratmeter). Die kräftigsten Preisanstiege fanden in Zossen mit 35 Prozent auf 270.000 Euro Schwerpunktpreis statt. Außergewöhnliche Preiszuwächse gab es auch in Erkner mit 26 Prozent und in Hennigsdorf mit 25 Prozent. Die Schwerpunktpreise liegen dort bei 440.000 Euro bzw. 450.000 Euro. Auch bei der Preisentwicklung für Baugrundstücke stechen die Gemeinden im Südosten Berlins hervor. In Dahlwitz-Hoppegarten kletterten die Preise um 43 Prozent, gefolgt von Teltow mit 39 Prozent und Zeuthen mit 35 Prozent.

„Die Gemeinden im Berliner Umland profitieren vom bereits hohen Preisniveau in Berlin und entsprechenden Ausweichbewegungen. Wir erwarten, dass sich diese Entwicklung mit Eröffnung des BER und dem Bau des Teslawerkes im südöstlichen Speckgürtel im kommenden Jahr noch verstärken wird“, sagt Giller.

Potsdam: Mieten stagnieren, Kaufpreise steigen deutlich

In der Brandenburger Landeshauptstadt sind die Schwerpunktmieten nahezu konstant geblieben. Lediglich für Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern in mittleren bis sehr guten Lagen stiegen die Mieten um 3 bis 8 Prozent. Für alle anderen Wohnungen gelten die Vorjahrespreise von 7,50 Euro pro Quadratmeter in einfachen, 11,50 Euro pro Quadratmeter in mittleren bis guten bzw. 13,50 Euro pro Quadratmeter in guten bis sehr guten Wohnlagen. Die Schwerpunktpreise für Eigentumswohnungen sind um 5 bis 11 Prozent gestiegen auf 2.000 Euro pro Quadratmeter in einfachen Lagen, 3.200 Euro pro Quadratmeter in mittleren bis guten Lagen und 4.200 Euro pro Quadratmeter in guten bis sehr guten Lagen. Die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser wiesen eine deutlich kräftigere Dynamik als im Vorjahr auf. In einfachen Lagen stiegen die Preise um rund 14 Prozent, in mittleren bis guten Lagen um 19 Prozent, in guten bis sehr guten Lagen um 18 Prozent. Im Schwerpunkt kostet der Erwerb in einfachen Lagen 320.000 Euro, in guten bis sehr guten Lagen 650.000 Euro.

Kreisfreie Städte deutlich teurer

Brandenburg an der Havel hat im Jahr 2020 deutliche Preissteigerungen in allen Segmenten erfahren. In mittleren bis sehr guten Wohnlagen sind die Mietpreise um bis zu 7 Prozent gestiegen. Bei Eigentumswohnungen in guten bis sehr guten Lagen sind die Preise um rund 12 Prozent auf 2.900 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Für Ein- und Zweifamilienhäuser beträgt der Preisanstieg sogar knapp 5 Prozent auf Schwerpunktpreise von 160.000 Euro in einfachen Lagen und 320.000 Euro in guten bis sehr guten Lagen.

In den kreisfreien Städten Cottbus und Frankfurt (Oder) zeigten sich die Preise dagegen stabiler. Lediglich bei selbst genutzten Immobilien kam es zu Preisanstiegen. Am stärksten nachgefragt waren Ein- und Zweifamilienhäuser in sehr guten Lagen. Die Preise stiegen jeweils um rund 8 Prozent auf 280.000 Euro in Cottbus und auf 260.000 Euro in Frankfurt (Oder).

Ausblick – Haupttrend Berliner Landflucht

„Das Berliner Umland wird voraussichtlich auch in den kommenden Monaten von der Angebots- und Nachfragesituation auf dem Berliner Immobilienmarkt profitieren. Der Berliner Mietendeckel und die anhaltende Preisdynamik beim Wohneigentum in der Hauptstadt werden für weitere Ausweichreaktionen potenzieller Nachfrager sorgen. Die Folgen der Corona-Krise auf das Arbeitsleben und insbesondere die Umgestaltung von Präsenzarbeit in verschiedenste Formen der Tele- und Heimarbeit werden die Nachfrage nach Wohnungen im Berliner Umland zusätzlich stimulieren”, sagt Kerstin Huth, Vorsitzende des IVD Berlin-Brandenburg.

 

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Bildquelle: imago images