IVD Berlin-Brandenburg e.V.

Gebäude mit Geschichte – Borsigwerke Tegel

Der Name „Borsig“ ist un1609_03_borsighallen1trennbar mit Berlin verbunden. Das Maschinenbau-Unternehmen stellte vor allem Dampflokomotiven her und war zu dieser Ära der größte europäische Lieferant von Lokomotiven.

Gründung und erste Jahre

1837 gründete August Borsig das Unternehmen am Oranienburger Tor in Mitte, bereits 1846 verließ die 100. Lokomotive das Werk, rasant ging es weiter: 1854 wurde die 500., 1858 die 1000., 1902 die 5000. und 1918 die 10000. Lokomotive ausgeliefert. Dennoch überlebte das Unternehmen die Wirtschaftskrise 1929 nicht als Familienunternehmen und wechselte mehrfach den Besitzer.
Zunächst jedoch expandierte das Unternehmen an verschiedene Standorte, 1898 wurde das Werk in Tegel eingeweiht, das sowohl zu Wasser als auch zu Schiene erreichbar war. Gleichzeitig entstand die Wohnsiedlung Borsigwalde für mehr als 5000 Mitarbeiter, außerdem wurden eine Krankenkasse, eine Sterbekasse und eine Sparkasse eingerichtet. Es gab einen Unterrichtsraum, einen Speiseraum und ein Schwimmbecken. Den Eingang in das Borsig-Gelände zierte ein heute noch existierendes Tor in der Art eines Stadttores mit „Borsig“-Schriftzug, an den Seiten flankiert von Figuren, die einen Gießer und einen Schmied darstellen.

Borsigturm

Der Borsigturm wurde 1922 errichtet und wurde schnell zum Wahrzeichen der Borsigwerke. Es steht auf einer schmalen Grundfläche von nur 20x16 Metern. Seine Höhe von 65 Metern reichte damals aus, um ihn zum ersten Hochhause Berlins zu machen. Architekt war Eugen Schmohl, der auch später das Ullsteinhaus in Tempelhof entwerfen sollte. In den 1970er Jahren wurde der Turm renoviert und wird heute für Büros genutzt, öffentlich zugänglich ist er leider nicht.

Borsighallen

Das Gelände in Tegel ging 1988 ans Land Berlin, Anfang der 90er Jahre wurde schließlich die Metallverarbeitung eingestellt. 1999 wurden die „Hallen am Borsigturm“ eingeweiht – in dem alten Industriegebäude gibt es nun ein großes Einkaufszentrum, im Turm selber Büros und weitere Geschäftsräume, u.a. Gesundheits- und Technologiezentren.

Fazit

Der Borsigturm und die Hallen am Borsigturm sind ein schönes Beispiel dafür, wie alte industrielle Architektur auch heute noch Relevanz und Stil ausdrücken kann, wenn man nur mit Phantasie und Mut für eine artfremde Verwendung herangeht. Auch wenn viele Gebäude des ursprünglichen Geländes abgerissen sind, sind die Borsigwerke ein visuelles Highlight und Gebäude mit hohem Wiedererkennungswert. So schön kann ein Nicht-Abriss sein!

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Borsig_(Unternehmen)
http://www.tagesspiegel.de/berlin/borsig-die-geschichte-der-borsig-werke/284652.html
http://www.berlin.de/sehenswuerdigkeiten/3560688-3558930-borsigturm.html
https://www.hallenamborsigturm.de/
https://www.youtube.com/watch?v=r3F3FLHsYfk

 

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