IVD Berlin-Brandenburg e.V.
24. Januar 2018

Der Immobilienmarkt in den USA

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Christel Silver

Christel Silver

Christel Silver ist in Berlin geboren und seit 1985 Immobilienmaklerin in den USA. Sie ist internationales Mitglied beim IVD, war für 4 Jahre Presidents Liaison der NAR und ist qualifizierte CIPS-Trainerin (Certified International Property Specialist). Für den IVD Berlin-Brandenburg schildert sie uns ihre Analyse des US-amerikanischen Marktes für 2017, ihre Prognose für 2018 und berichtet außerdem über die Besonderheiten in Florida, wo sie ihren Firmensitz hat.

Fazit 2017 – Ausblick 2018

Obwohl 2017 als schwieriges Jahr zu bezeichnen ist, das durch unsichere Politik und diverse Umweltkatastrophen geprägt war, war es für die Maklerinnen und Makler kein ganz schlimmes Jahr: die Arbeitslosigkeit liegt auf dem niedrigsten Stand seit 17 Jahren und die Preissteigerung scheint sich zu verlangsamen. Man geht davon aus, dass der Zinssatz auf ungefähr 4,5% steigen wird und es geringfügig mehr Projekte geben wird – es wird wohl bei einem „Verkäufermarkt“ bleiben.

2018 werden die „Millenials“ (auch „Generation Y“ genannt) Immobilienkäufer werden. Diese jungen Menschen zwischen 20 und 30 Jahren haben einen großen Nachteil: die hohen Studienschulden, die ihre Kaufkraft einschränken. Dieses Problem wird aber teilweise durch die gute Wirtschaftslage und den dadurch erfolgten Anstieg der Gehälter ausgeglichen und erleichtert die Entscheidung, eine Hypothek aufzunehmen. Die „Millenials“ sind technisch versiert und digital Natives. Sie erwarten eine Antwort in kürzester Zeit und Maklerpersönlichkeiten mit einer hohen Expertise, die schnell und kompetent auf ihre Fragen reagieren. Die Maklerinnen und Makler, die sich gut auf dieses Klientel einstellen können, erwartet ein erfolgreiches 2018.

Neue Zielgruppe: Frauen

Über 60% meiner Immobilien in 2017 sind von alleinstehenden jungen Leuten gekauft worden, dabei zeigte sich, dass mittlerweile mehr alleinstehende Frauen eine Immobilie kaufen als alleinstehende Männer. Vielleicht auch deswegen wird sich 2018 der Trend aus 2017 fortsetzen, dass es zu viele Käufer für zu wenig Projekte gibt – obwohl vermehrt Neubauten angeboten werden.

Die Umsetzung der neuen Steuerreform birgt noch große Unsicherheiten, es zeichnet sich aber ab, dass Eigentümerinnen und Eigentümer von Häusern im oberen Preissegment in Kalifornien und anderen Staaten einen großen Verlust an Steuerermäßigungen zu verkraften haben. Derzeit ist eine „Auswanderung“ in Staaten mit günstigeren Immobilienpreisen zu beobachten.

Investoren und „Boomerang“-Käufer

Neben den Investoren aus Kanada, China, Südamerika und Europa, die weiterhin in den USA investieren wollen, erwarten wir eine Zunahme der sogenannten „Boomerang“-Käufer. Dabei handelt es sich um Menschen, die ihr Haus während der Wirtschaftskrise verloren haben und aufgrund ihrer „Kreditunwürdigkeit“ in den letzten 7 Jahren kein Eigentum erwerben konnten, nun aber wieder zu Käufern werden, da die Mieten sehr hoch sind und der Kauf eines gleichwertigen Hauses günstiger ist.

Immobilienentwicklung in Florida

Florida ist hierbei weiterhin attraktiv als Zweitwohnsitz sowie für Menschen im Ruhestand. Florida verzeichnet monatlich ca. 300.000 zuwandernde Menschen, denn atemberaubende Küsten, Traumwetter und viele aufregende Sportangebote wirken wie Magneten. Ein weiterer Grund ist der Steuervorteil, da in Florida keine staatliche Einkommenssteuer verlangt wird. Der sogenannte „Homestead“ schützt die persönliche Immobilie vor Gläubigern, dafür muss der Wohnsitz allerdings in Florida sein.


Gastbeitrag verfasst von: Christel Silver, chs@silverhouses.com