IVD Berlin-Brandenburg e.V.
31. März 2017

Wohnen im Alter – Teil 3: Generationenhaus

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In einer Kurzserie wollen wir uns mit dem Thema “Wohnen im Alter” beschäftigen. In dieser dritten Folge beschäftigen wir uns mit dem Mehrgenerationenwohnen.

Mehrgenerationenwohnen

MehrgenerationenwohnenWas früher Normalität, auch Notwendigkeit war – Großeltern leben mit Kindern, Enkelkindern und ggf. Urenkeln unter einem Dach – entwickelt sich neuerdings wieder zum Trend. Jahrzehntelang entwickelte sich im Zuge des fortschreitenden Wohlstandes zunächst Bedarf und Anspruch, dass jeder Familienteil in seinem eigenen Haus, seiner eigenen Wohnung wohne – nun schlägt das Pendel wieder in die andere Richtung aus.

Sei es beruflich bedingt, sei es familiär bedingt – Familienmitglieder wohnen häufig noch nicht einmal mehr in der fußläufigen Nähe. Großeltern fehlen die Enkel und eine Aufgabe. Parallel dazu ist der Druck, unter dem vor allem Alleinerziehende stehen, enorm (Die Trennungsquote von Eltern in Berlin liegt bei knapp 50%). Teilhabe an Elternabenden o.ä. ist oft nur mit Babysitter möglich, von privaten Aktivitäten ganz zu schweigen. Das Mehrgenerationenwohnen bringt diese Bedürfnisse zusammen. Ähnlich einer WG wohnt man gemeinsam und unterstützt sich so idealerweise gegenseitig. Aber: ähnlich wie in einer WG müssen auch Pflichten und Verantwortlichkeiten klar geregelt sein, um Streit und Konflikte schon im Vorfeld zu vermeiden. Die Wohneinheitenbei diesem Modell sind üblicherweise getrennt, aber Gemeinschaftsräume, Garten u.Ä. werden gemeinsam genutzt.

Mehrgenerationenhaus

Hier geht es um einen offenen Treff als Nachbarschaftsheim im Nahbereich. Als Begegnungsstätte für Alt und Jung gibt es typischerweise Angebote wie z.B. Hausaufgabenhilfe, Mittagstisch, Deutschkurse oder Krabbelgruppen. Seit 2006 werden Mehrgenerationenhäuser staatlich gefördert, auf Impuls von Ursula von der Leyen zunächst in Niedersachsen, später als Familienministerin baute sie das Projekt systematisch aus. Gerade erst jetzt Anfang März wurde der Startschuss für das „Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus“ gegeben.

Fazit

Man sollte sich frühzeitig fragen, wie man im Alter leben möchte. In der eigenen Wohnung? In einem Pflegeheim? Oder wird man den sozialen Kontakt vermissen, will man sich – sofern körperlich möglich – noch einbringen mit seinen Fähigkeiten und der Zeit, die man im Alter hat? Und: was passiert, wenn es körperlich oder geistig dann doch bergab geht? Es gibt Mehrgenerationenwohnhäuser, die darauf ausgerichtet sind, z.B. barrierefrei gebaut sind und angeschlossene, professionelle Pflegedienste haben, das ist aber nicht überall der Fall. Aber auch ohne WG-ähnliche Nähe kann man sich noch gut in der Nachbarschaft einbringen. Unter der Website des Bundesprogramms (s.u.) gibt es neben weitergehenden Informationen auch Adressen in Ihrer Nähe von Mehrgenerationenhäusern.

 

Quellen:

https://www.mehrgenerationenhaeuser.de

https://de.wikipedia.org/wiki/Mehrgenerationenhaus

https://www.mehrgenerationenhaeuser.de

http://www.rbb-online.de/rbbpraxis/rbb_praxis_service/pflege/wohnen-im-alter-mehrgenerationen-haus.html

https://www.pflege.de/altenpflege/mehrgenerationenhaus/